
Italien – Land der nicht enden wollenden Weinreben, Olivenbäume und Aquädukte. Klar hat jeder von uns sofort ein paar Klassiker im Hinterkopf, wenn das Stichwort Italien fällt: Pizza, Pasta, Eiscreme, Wein und dergleichen.
Doch wie viel Bella Italia steckt eigentlich wirklich im Pizzabäcker deines Vertrauens oder der Eisdiele um die Ecke? Unterwegs in Norditalien habe ich für euch sowohl die örtliche Restaurant-Küche als auch die Privathaushalte nach Originalen durchsucht und bin fündig geworden.
Pizza Bufaline
Schnell ist mir in den örtlichen Ristorante aufgefallen, dass es kaum eine Pizzakarte gab, in der diese Pizza nicht an erster Stelle stand. In Deutschland dagegen ist mir diese Spezialität in der Form noch nicht untergekommen. Was ist Bufaline?
Bufala steht im deutschen für Büffel. Das Bufalino im Namen der Pizza bezieht sich dabei auf den Mozzarella mit welchem sie belegt wird. Mozzarella di Bufala, zu Deutsch Büffel(milch)-Mozzarella ist eine Spezialität die den Eindruck machte als würde sie dort sogar noch gegenüber dem klassischen Mozzi bevorzugt. Er zeichnet sich durch einen aromatisch herben Geschmack aus, wie man ihn von gewöhnlichem Mozzarella nicht gewohnt ist. In Würfel geschnitten bildet er zusammen mit Tomaten und Basilikum eine italienische Sünde.
Bemerkenswert ist hier auch, dass die Kennerpizza in Italien nach einem ganz bestimmten Prinzip zubereitet wird: Der mit Pizzakäse und Tomatensauce belegte Teig wird so gut wie fertig gebacken. Die eigentlichen Hauptzutaten (Mozzi, Tomaten, Basilikum) werden erst kurz vor Schluss auf der Pizza verteilt, ehe sie nach nur 2-3 weitere Minuten im Ofen entnommen wird. Der Frische und damit der originale Eigengeschmack der Zutaten steht hierbei an erster Stelle und macht die original italienische Pizza zu dem was sie sein sollte.
 Tipp: Einen im Geschmack sehr authentischer Mozzarella die Bufala kann hierzulande im REWE käuflich erworben werden: Sori Mozzarella Di Bufala Campana Dop
Scaloppine ai funghi porcini
Das italienische „Schnitzel“ findet man auch in jeder gut sortierten Pizzeria um die Ecke. Erwähnenswert ist, dass original Scaloppine von der Oberschale des Kalbs gemacht werden und nicht wie so oft in italienischen Restaurants serviert, vom Schwein. Da jedoch frisches Kalbfleisch teuer ist und nicht immer zur Verfügung steht, wird hier eben auf die einfache Variante zurückgegriffen.
Scaloppine ai funghi porcini – mit Pilzen und Schinken – stellt dennoch irgendwie nicht das dar, was man unter klassischer italienischer Küche versteht. Und dennoch überzeugt das Fleischgericht aufgrund seiner örtlich typischen Machart.
Im feinen Original werden hier frische Steinpilze und italienischer Parmaschinken verwendet. Der Schinken wird dabei um die Scaloppine gewickelt und gebraten um im Nachhinein in einer mit den Steinpilzen angemachten Weißweinsauce serviert zu werden.
Eiscreme mit Whiskey
Angefangen von einem der italienischsten Gerichte die mir bekannt sind, hin zu einer Leckerei bei der ich mir selbst nicht mehr so ganz sicher bin, ob man die Herkunft noch auf Italien zurückführen kann.
Fakt ist, dass die Italiener ihr Eis lieben und viel Wert darauf legen. Selbst in einem Urlaubsort in dem man kaum deutsche Touristen und dagegen fast nur italienische findet, darf an keiner Ecke die obligatorische Eisdiele fehlen. Und diese waren nahezu immer sehr gefragt.
Auf einem Privatbesuch bei italienischen Freunden wurde original italienische Eiscreme zusammen mit einem Schuss Whiskey serviert. Sicherlich ist dieses Gericht auch in anderen Ländern schon längst bekannt, doch nirgends mag es so unwiderstehlich sein wie im Land der tausend Eissorten selbst.
Ich empfehle klassisches Vanilleeis mit einem milden irischem Whiskey als Nachtisch zu deftigen Hauptspeisen. Für Liebhaber des Weinbrandes ein absolutes Muss.
Wissenswertes aus der Küche Italien’s
Klassische Saucen, wie wir sie in Deutschland kennen, also Bratensaucen, Rahmsaucen etc. sind in der italienischen Küche quasi nicht vorhanden. Alles was in die, wie wir Deutschen sagen würden, „saucige“ Richtung geht, wird in Italien entweder mit Wein oder Olivenöl und entsprechenden pflanzlichen Geschmacksgebern hergestellt. Siehe hierzu auch Weinsaucen, Pesto, Tomatensaucen, etc.
Der regelmäßige Lebensmitteleinkauf fällt für den Italiener im Durchschnitt eine ganze Ecke teurer aus. Mich persönlich hat ein ganz normaler Einkauf von Gemüse, Schinken, Käse, Öl und Wein geschätzte 30% mehr gekostet als hier in Deutschland, ungeachtet dessen ob die Lebensmittel abgepackt oder frisch waren. Dennoch: Der Italiener von Welt nimmt das in Kauf. Eine örtliche Italienerin bestätigte diesen Eindruck, indem sie mir erzählte dass die meisten ihrer Landsleute tatsächlich immer zum teureren italienischen Produkt greifen, wenn sie die Wahl haben.
Gute italienische Weine findet man auch hier in jedem Supermarkt. Hier ist jedoch nicht nur auf die italienische Herkunft in der Beschriftung zu achten, sondern viel mehr auf die Steuer-Banderolen am Flaschenhals. Natürlich hat das nicht zu heißen, dass Weine welche diese Marken nicht enthalten, schlecht wären. Aber bei den Weinen mit Banderole kann man nahezu immer davon ausgehen, dass es sich um qualitativ hochwertige italienische Originale handelt.
Meine Empfehlung
Eines der geschmacklich italienischsten Restaurants in unserer örtlichen Umgebung ist Claudio’s
Pizzeria La Ruota
Eichstätterstraße 3a (über Edeka)
92339 Beilngries
Hier bekommt man nicht nur gute italienische Küche und frische Steinofenpizza, sondern kann beim zum Restaurant hin offenen Steinofen auch noch dabei zusehen, wie die eigene Pizza vom stets gut gelaunten Pizzabäcker gemacht wird.



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